- Beleuchtung Treppenhaus im Einfamilienhaus: Geschlossener Treppenlauf
- Offenes Treppenhaus: Pendelleuchten und Lichtzonen
- Natürliches Licht einplanen: Oberlichter und Fensterbänder
- Moderne Beleuchtungskonzepte und Trends
- Beleuchtung Treppenhaus: Vorschriften nach DIN EN 12464-1
- Verkehrssicherungspflicht des Vermieters
- Mietminderung bei mangelhafter Beleuchtung
- Nebenkostenabrechnung: Pauschale oder Verbrauch
- Häufig gestellte Fragen: Beleuchtung Treppenhaus planen
- Wie viel Lux muss ein Treppenhaus mindestens haben?
- Wer ist für eine funktionierende Treppenhausbeleuchtung verantwortlich?
- Kann ich die Miete mindern, wenn die Treppenhausbeleuchtung defekt ist?
- Darf der Vermieter die Stromkosten der Treppenhausbeleuchtung umlegen?
- Welche Beleuchtung eignet sich für ein offenes Treppenhaus?
- Welche Farbtemperatur ist für die Treppenhausbeleuchtung ideal?
- Fazit: Beleuchtung Treppenhaus planen
Die Beleuchtung im Treppenhaus richtig zu planen, erklärt treppe-einbauen.de, bedeutet mehr, als irgendwo eine Lampe aufzuhängen: Sie entscheidet darüber, wie sicher eine Treppe im Dunkeln zu begehen ist und wie einladend der gesamte Eingangsbereich wirkt. Zwischen einem geschlossenen Treppenhaus im Einfamilienhaus und einem offenen, mehrgeschossigen Treppenauge unterscheiden sich die sinnvollen Lösungen dabei erheblich.
Neben der reinen Gestaltungsfrage gibt es außerdem klare rechtliche Vorgaben: Wie hell ein Treppenhaus mindestens sein muss, wer für eine funktionierende Beleuchtung verantwortlich ist und wie die Stromkosten dafür in der Nebenkostenabrechnung auftauchen dürfen.
Sie erfahren, welche Beleuchtungskonzepte sich für welchen Treppenhaustyp eignen, welche Lux-Werte die DIN EN 12464-1 vorschreibt und was Vermieter im Rahmen ihrer Verkehrssicherungspflicht beachten müssen.
Key Takeaways
– Ein offenes Treppenhaus profitiert von separatem Raumlicht an Anfang und Ende des Laufs statt einer einzigen gleichmäßigen Ausleuchtung.
– Nach DIN EN 12464-1 gilt seit 2011 ein Mindestwert von 100 Lux für Treppenhäuser, rund drei Viertel aller deutschen Treppenhäuser liegen jedoch darunter.
– Vermieter müssen im Rahmen ihrer Verkehrssicherungspflicht eine funktionierende Beleuchtung sicherstellen, sonst drohen Haftungsansprüche nach § 823 BGB.
– Eine defekte Treppenhausbeleuchtung rechtfertigt laut Rechtsprechung meist nur eine geringe Mietminderung von etwa 1 %.
– Stromkosten für die Beleuchtung von Treppenhaus, Fluren und Keller sind nach § 2 Nr. 11 BetrKV umlagefähig, der Ersatz von Leuchtmitteln jedoch nicht.
Beleuchtung Treppenhaus im Einfamilienhaus: Geschlossener Treppenlauf

In einem geschlossenen Treppenhaus mit begrenzter Deckenhöhe und Wänden auf beiden Seiten lässt sich Licht gezielt entlang der Wand führen. Kleine Wandleuchten oder Einbaustrahler, verteilt über den Treppenlauf, markieren dabei die einzelnen Stufenkanten deutlich besser als eine einzelne Deckenleuchte am oberen Ende des Treppenhauses.
In der Regel genügt es, nicht jede einzelne Stufe zu beleuchten, sondern etwa alle zwei bis drei Stufen eine Leuchte vorzusehen. Wichtig ist dabei ein gleichmäßiger Abstand zwischen den Leuchtpunkten, da unregelmäßig verteiltes Licht schnell unruhig wirkt und einzelne Stufen im Vergleich zu ihren Nachbarn optisch zu dunkel erscheinen lässt.
Bei einem typischen einläufigen Treppenhaus im Einfamilienhaus mit 14 bis 16 Stufen kommen so meist fünf bis sieben Wandleuchten zusammen, verteilt über die gesamte Lauflänge. Zusätzlich lohnt sich eine eigene Lichtquelle am oberen Treppenaustritt, da hier häufig ein Flur oder eine Diele anschließt, die ohne eigene Beleuchtung dunkel bliebe, selbst wenn die Treppe selbst bereits ausreichend hell ist. Wer die Verkabelung ohnehin plant, sollte die Positionen der Leuchten vor dem Verputzen oder Tapezieren der Wände festlegen, damit spätere Kabelführungen nicht sichtbar auf der fertigen Fläche verlaufen müssen.
Ein Beispiel aus der Praxis: Im August 2009 planten wir in Kassel die Beleuchtung für ein geschlossenes Treppenhaus mit 15 Stufen und einer Podestfläche am oberen Treppenaustritt in einem zweigeschossigen Wohnhaus. Der Bauherr wollte sich zunächst auf eine einzelne Deckenleuchte über dem oberen Ausgang beschränken. Nach einer Ortsbegehung schlug ich stattdessen sechs kleine Wandleuchten mit gleichem Abstand entlang des Treppenlaufs sowie eine eigene Lichtquelle am oberen Podest vor, damit Stufen und Austritt über die gesamte Länge gut erkennbar bleiben. Nach der Montage zeigte sich jedoch, dass die zunächst gewählte Lichtrichtung auf den lackierten Holzstufen zu helle Reflexionen erzeugte. Mein Fehler lag darin, bei der Vorabeinschätzung zwar die Beleuchtungsstärke geprüft zu haben, die Reflexion beim Blick treppab jedoch nicht ausreichend berücksichtigt zu haben. Das Problem fiel erst abends nach der vollständigen Montage aller sechs Leuchten auf: Beim Abstieg verschwanden die beiden untersten Stufen visuell im Kontrast zwischen den hellen Reflexionen und den dunkleren Bereichen des Laufs. Wir änderten daraufhin die Position der Leuchten und richteten das Licht entlang der Wände aus, ohne die gleichmäßige Verteilung zwischen den einzelnen Punkten aufzugeben. Bei der erneuten Prüfung lag die Beleuchtungsstärke über 100 Lux, und direktes Licht blendete beim Auf- oder Absteigen nicht mehr. Seitdem reicht mir bei der Planung einer Treppenhausbeleuchtung der reine Lux-Wert allein nicht mehr aus: Lichtrichtung und Oberflächeneigenschaften der Stufen prüfe ich seither vor der endgültigen Montage.
Ergänzend dazu sorgt eine Grundbeleuchtung am oberen und unteren Treppenaustritt für Orientierung, sobald jemand die Treppe betritt oder verlässt. Wer die konkrete technische Umsetzung mit LED-Einbauleuchten, Bewegungsmeldern oder Zeitschaltern plant, findet dazu ausführliche Details im Beitrag Treppenlicht: LED-Beleuchtung für Treppenstufen kaufen.
Offenes Treppenhaus: Pendelleuchten und Lichtzonen
Ein offenes Treppenhaus mit großzügiger Raumhöhe über mehrere Geschosse verlangt einen anderen Ansatz als eine schmale, geschlossene Treppe. Da hier häufig keine durchgehende Wand zur Verfügung steht, an der sich Leuchten in gleichmäßigen Abständen montieren lassen, empfehlen Lichtplaner, die reine Stufenbeleuchtung bewusst von der allgemeinen Raumbeleuchtung zu entkoppeln.
Statt einer einzigen, gleichmäßigen Ausleuchtung des gesamten Treppenauges entstehen so mehrere Lichtzonen: ein Raumlicht am Anfang und ein weiteres am Ende des Treppenlaufs, ergänzt durch dezentes Stufenlicht dazwischen. Diese Aufteilung schafft Tiefe und vermeidet, dass der gesamte Luftraum flach und gleichförmig ausgeleuchtet wirkt.
Für offene Treppenhäuser mit ausreichender Deckenhöhe eignen sich außerdem mehrflammige Pendelleuchten, die auf unterschiedlichen Höhen über dem Treppenauge hängen. Sie werden dadurch selbst zum gestalterischen Mittelpunkt des Raums und erzeugen ein Spiel aus Licht und Schatten, das mit einer einzelnen, zentralen Deckenleuchte nicht erreichbar ist. Wichtig ist dabei, die Leuchten so zu positionieren, dass niemand beim Treppensteigen geblendet wird oder mit dem Kopf in ihre Nähe gerät.
Natürliches Licht einplanen: Oberlichter und Fensterbänder
Gerade bei einem offenen Treppenhaus lohnt sich schon in der Planungsphase ein Blick auf das vorhandene Tageslicht, bevor überhaupt über künstliche Beleuchtung nachgedacht wird. Ein Oberlicht im Dach oder ein durchgehendes Fensterband entlang des Treppenauges kann tagsüber einen erheblichen Teil der benötigten Helligkeit liefern und senkt dadurch sowohl den Bedarf an künstlichem Licht als auch die laufenden Stromkosten.
Bei einem Neubau lässt sich diese Planung von Anfang an in den Entwurf integrieren, etwa durch ein schmales, hochliegendes Fensterband auf der Treppenhausseite, das Blendung vermeidet, aber dennoch viel diffuses Licht ins Treppenauge lässt. Bei einer Bestandsimmobilie ist eine nachträgliche Öffnung der Fassade dagegen deutlich aufwendiger und meist nur im Rahmen einer ohnehin geplanten größeren Sanierung sinnvoll umsetzbar.
Wichtig ist dabei, dass natürliches Licht die künstliche Beleuchtung ergänzt, aber nicht vollständig ersetzt. Sobald es dunkel wird oder der Himmel bewölkt ist, muss die künstliche Beleuchtung dieselben Mindestanforderungen erfüllen wie in einem Treppenhaus ohne jedes Tageslicht.
Moderne Beleuchtungskonzepte und Trends
Ein aktuell gefragter Trend kombiniert dezente, in die Wand integrierte Stufenbeleuchtung mit einer zurückhaltenden, indirekten Deckenbeleuchtung, sodass keine einzelne Lichtquelle dominiert. Dimmbare Systeme gewinnen dabei zunehmend an Bedeutung, da sich die Lichtstimmung so tageszeitabhängig anpassen lässt, von hellem Funktionslicht am Morgen bis zu gedämpftem, gemütlichem Licht am Abend.
Bewegungsmelder-gesteuerte Systeme sind besonders in Haushalten mit Kindern praktisch, da niemand im Dunkeln nach einem Schalter tasten muss. Ältere Bewohner profitieren dagegen tendenziell von insgesamt kräftigerem Licht, da die Kontrastwahrnehmung im Alter nachlässt und Stufenkanten sonst schlechter erkennbar sind.
Bei der Farbtemperatur hat sich warmweißes Licht zwischen 2.700 und 3.000 Kelvin als Standard für Wohnhäuser etabliert. Kaltweißes Licht wirkt zwar technischer und schärfer, wird im privaten Wohnbereich aber häufig als ungemütlich empfunden. Entscheidend ist außerdem, dass eine gute Treppenhausbeleuchtung weder zu weich noch zu grell ausfällt: Zu schwaches Licht lässt Stufenkanten verschwimmen, zu grelles Licht blendet beim Blick nach oben oder unten.
Wer über die Beleuchtung hinaus auch Wandfarbe, Stilrichtung und Deko im Treppenhaus neu gestalten möchte, findet dazu weiterführende Anregungen im Beitrag Treppenhaus gestalten: Ideen, Trends & Tipps.
Beleuchtung Treppenhaus: Vorschriften nach DIN EN 12464-1
Für die Beleuchtungsstärke in Treppenhäusern gibt die DIN EN 12464-1 einen konkreten Mindestwert vor. Laut lichtatlas.de verlangt die aktuelle Fassung der Norm seit 2011 einen Wartungswert von mindestens 100 Lux für Treppen und Treppenhäuser; die ältere Fassung aus dem Jahr 2003 hatte hier noch 150 Lux vorgeschrieben.
In der Praxis wird dieser Mindestwert erstaunlich häufig verfehlt: Eine Messung an 47 Berliner Wohnhäusern ergab im Durchschnitt lediglich 64 Lux; nur 4 der 47 gemessenen Treppenhäuser lagen über 150 Lux. Insgesamt liegen damit schätzungsweise drei Viertel aller deutschen Treppenhäuser unter dem geforderten Mindestwert. Die Schweizer Norm SIA 500 empfiehlt für ältere oder sehbehinderte Menschen sogar 200 Lux, da diese Gruppe stärkere Kontraste benötigt, um Stufenkanten sicher zu erkennen.
Wer die Beleuchtung eines Treppenhauses neu plant, sollte den Lux-Wert deshalb nicht nur schätzen, sondern mit einem einfachen Luxmeter oder einer entsprechenden Smartphone-App zumindest überschlägig überprüfen. Eine ausreichende Beleuchtung ersetzt dabei nie eine sicher bemessene Treppengeometrie: Die grundlegenden Anforderungen an Stufenmaße, Handlauf und Geländer regelt unabhängig von der Beleuchtung die DIN 18065.
Verkehrssicherungspflicht des Vermieters
In einem vermieteten Mehrfamilienhaus liegt die Verantwortung für eine funktionierende Treppenhausbeleuchtung beim Vermieter beziehungsweise Eigentümer. Laut meinmietrecht.de muss dieser eine ausreichende Beleuchtung der Zugänge zum Haus und zu den einzelnen Wohnungen sicherstellen, wobei sich das Licht auch nicht so abrupt abschalten darf, dass Nutzer davon im Treppenhaus überrascht werden.
Verletzt der Vermieter diese Verkehrssicherungspflicht und kommt dadurch jemand zu Schaden, etwa durch einen Sturz im dunklen Treppenhaus, haftet er nach § 823 Absatz 1 BGB für den entstandenen Schaden. Mehrere Gerichtsentscheidungen bestätigen diese Haftung ausdrücklich, wenn eine unzureichende oder defekte Beleuchtung nachweislich zum Unfall beigetragen hat.
Für Mieter bedeutet das im Umkehrschluss auch eine eigene Pflicht: Erkennbare Mängel wie eine dauerhaft ausgefallene Treppenhausbeleuchtung sollten umgehend dem Vermieter gemeldet werden, statt sie einfach hinzunehmen oder in Eigenregie unsachgemäß zu reparieren.
In einer Eigentümergemeinschaft übernimmt in der Praxis meist die Hausverwaltung die laufende Kontrolle der Treppenhausbeleuchtung, etwa im Rahmen regelmäßiger Objektbegehungen. Wird dabei ein Defekt festgestellt, sollte er zeitnah an einen Elektriker gemeldet werden, da eine über Wochen unbeleuchtete Treppe im Schadensfall schnell zur Haftungsfrage für die gesamte Gemeinschaft werden kann.
Mietminderung bei mangelhafter Beleuchtung
Fällt die Treppenhausbeleuchtung über einen längeren Zeitraum aus oder funktioniert sie nur unzuverlässig, stellt sich für Mieter häufig die Frage nach einer Mietminderung. Die bisherige Rechtsprechung fällt hier allerdings vergleichsweise zurückhaltend aus.
Das Amtsgericht Schöneberg entschied 1990 (Az. 5 C 72/90), dass eine defekte Treppenhausbeleuchtung eine Mietminderung von etwa 1 Prozent rechtfertigt. Andere Gerichte gingen bei ähnlichen Sachverhalten sogar noch strenger vor. Das Amtsgericht Bremerhaven (1992) und das Amtsgericht Hamburg (1973) lehnten bei einem defekten Lichtschalter beziehungsweise fehlender Beleuchtung jeweils jede Minderung ab, unter anderem mit der Begründung, dass sich Mieter nicht dauerhaft im Treppenhaus aufhalten.
Für die Praxis bedeutet das: Eine mangelhafte Treppenhausbeleuchtung ist kein Freibrief für eine spürbare Mietkürzung, begründet aber durchaus einen berechtigten Mangelanspruch gegenüber dem Vermieter; Mieter sollten auf eine zügige Behebung drängen. Wer als Mieter eine Minderung in Erwägung zieht, sollte den Mangel zunächst schriftlich anzeigen und dem Vermieter eine angemessene Frist zur Behebung einräumen.
Nebenkostenabrechnung: Pauschale oder Verbrauch
Die laufenden Stromkosten für die Treppenhausbeleuchtung zählen zu den sogenannten Betriebskosten und dürfen unter bestimmten Voraussetzungen auf die Mieter umgelegt werden. Laut haufe.de regelt § 2 Nummer 11 der Betriebskostenverordnung, dass die Stromkosten für die Beleuchtung von Gemeinschaftsflächen wie Zugängen, Fluren, Treppenhäusern, Kellern, Dachböden und Waschküchen umlagefähig sind.
Nicht umlagefähig sind dagegen die Kosten für den Ersatz der Leuchtmittel selbst, also Glühbirnen, Leuchtstoffröhren oder LED-Lampen, ebenso wie für defekte Lichtschalter oder Sicherungen. Diese gelten rechtlich als Instandhaltungskosten und müssen vom Vermieter separat getragen werden, nicht über die Nebenkostenabrechnung.
Bei der Abrechnungsart haben Vermieter grundsätzlich zwei Möglichkeiten: eine Abrechnung nach tatsächlichem Verbrauch oder eine im Mietvertrag vereinbarte Pauschale. Ist eine Pauschale vertraglich festgelegt, entfallen Nach- oder Rückzahlungen unabhängig davon, wie viel Strom tatsächlich verbraucht wurde. Flächen, die nur einzelne Mieter individuell nutzen, etwa private Stellplätze, müssen dabei separat erfasst und von der allgemeinen Umlage abgezogen werden.
In der Praxis fällt der auf die einzelne Wohnung umgelegte Betrag für die reine Treppenhausbeleuchtung meist gering aus, oft nur wenige Euro pro Jahr. Moderne LED-Leuchten und Bewegungsmelder senken den Verbrauch gegenüber älteren Dauerbeleuchtungen deutlich. Höher fällt der Posten „Allgemeinstrom“ in der Nebenkostenabrechnung meist dann aus, wenn er neben der Beleuchtung auch den Betrieb von Aufzug, Tiefgarage oder Waschküche mit einschließt, die dann gemeinsam als ein Betriebskostenposten abgerechnet werden.
Häufig gestellte Fragen: Beleuchtung Treppenhaus planen
Wie viel Lux muss ein Treppenhaus mindestens haben?
Laut treppe-einbauen.de gilt nach DIN EN 12464-1 seit 2011 ein Mindestwert von 100 Lux; für ältere oder sehbehinderte Menschen empfehlen einige Normen wie die Schweizer SIA 500 sogar 200 Lux.
Wer ist für eine funktionierende Treppenhausbeleuchtung verantwortlich?
Im Mehrfamilienhaus liegt diese Verantwortung im Rahmen der Verkehrssicherungspflicht beim Vermieter beziehungsweise Eigentümer, nicht bei den Mietern.
Kann ich die Miete mindern, wenn die Treppenhausbeleuchtung defekt ist?
Nur in geringem Umfang: Gerichte haben bislang meist nur etwa 1 Prozent Mietminderung zugesprochen, bei einzelnen Sachverhalten sogar gar keine.
Darf der Vermieter die Stromkosten der Treppenhausbeleuchtung umlegen?
Ja, nach § 2 Nr. 11 BetrKV sind die reinen Stromkosten umlagefähig, nicht jedoch der Ersatz von Leuchtmitteln, Schaltern oder Sicherungen.
Welche Beleuchtung eignet sich für ein offenes Treppenhaus?
Am besten eignen sich mehrflammige Pendelleuchten auf unterschiedlichen Höhen sowie getrenntes Raumlicht an Anfang und Ende des Treppenlaufs, ergänzt durch dezentes Stufenlicht dazwischen.
Welche Farbtemperatur ist für die Treppenhausbeleuchtung ideal?
Warmweißes Licht zwischen 2.700 und 3.000 Kelvin wirkt in Wohnhäusern am angenehmsten und vermeidet den sterilen Eindruck kaltweißen Lichts.
Fazit: Beleuchtung Treppenhaus planen
Eine gut geplante Beleuchtung im Treppenhaus verbindet Sicherheit mit Gestaltung und muss dabei an den jeweiligen Treppenhaustyp angepasst werden. Ein geschlossenes Treppenhaus im Einfamilienhaus profitiert von gleichmäßig verteilten Wandleuchten, ein offenes Treppenhaus dagegen von getrennten Lichtzonen und gegebenenfalls einer Pendelleuchte als gestalterischem Mittelpunkt. Rechtlich gilt nach DIN EN 12464-1 ein Mindestwert von 100 Lux, den ein erstaunlich großer Teil deutscher Treppenhäuser bislang verfehlt. Im Mietverhältnis liegt die Verantwortung für eine funktionierende Beleuchtung beim Vermieter, während die laufenden Stromkosten über die Nebenkostenabrechnung umgelegt werden dürfen, der Ersatz einzelner Leuchtmittel jedoch nicht. Beleuchtung Treppenhaus planen heißt am Ende, Gestaltung, Normwerte und rechtliche Zuständigkeiten von Anfang an gemeinsam zu denken.
